Home
Guitars & Basses
Fender Guitars
Gibson & Epiphone Guitars
Other Vintage & Used Guitars
Echopark Guitars
K-Line Guitars
Supro Guitars
Schwarz Guitars
Tausch Guitars
Tone Nirvana Guitars
Zeitgeist Guitars by Schindehütte
Bass Guitars
Guitar & Bass Accessories
Amps & Cabs
Amp & Cab Accessories
Effects & Boards
Tone Services
Friends & Customers
About, Adress, Hours
Imprint/Impressum


In ihrem zweiten Produktionsjahr 1954 brachte die Guild Guitar Company eine handlichere Version ihrer Jazzgitarren auf den Markt, die M-75 Aristocrat, wobei das M in der Modellbezeichnung für Midget, also Zwerg, steht. Als erstes Guild-Instrument verfügt sie über eine 24 3/4" Mensur, 22 Bünde und ein Griffbrett aus Brazilian Rosewood wie eine Gibson Pes Paul, der sie zwar ähnlich sieht, von der sich ihre Hollowbody Konstruktion und damit ihr Sound deutlich unterscheidet; vom Aufbau her wäre sie eher mit einer Gretsch Duo Jet vergleichbar, die jedoch wesentlich twangiger tönt.

Ausstattungsmerkmale der M-75 der ersten Jahrgänge sind:
- Elektrik: zwei "Frequency Tested" Single Coils, die von der Fa. Franz
  in Astoria, NY, zugekauft wurden und unterschiedliche Abstände
  der Pole Screws für beide Positionen aufweisen, Switchcraft 3-Way
  Toggle mit Amber Tip, Volume & Tone Regler mit transparenten Knöpfen,
  Astron Tone Caps, Switchcraft Klinkenbuchse in der unteren Zarge
- auf der Decke sitzende zweiteilige Brücke aus Brazilian Rosewood, deren
  in der Höhe verstellbares Oberteil für die einzelnen Saiten kompensiert
  gefeilt wurde (letzteres ist nachgerüstet, um die Oktavreinheit für
  nicht-umwickelte G-Saiten zu verbessern)
- vergoldetes Guild Harp Tailpiece (von Johan Müller & Sohn in Erlangen
  hergestellt)
- vergoldete Kluson Deluxe Mechaniken mit den kleinen sog. Kidney Wings

Normaler Weise besteht eine Aristocrat aus einem massiven Boden plus Zargen aus Honduras Mahagoni mit massiver einteiliger Fichtendecke sowie einem Hals aus zwei Teilen Honduras Mahagoni, die mit einem schmalen Ahornstreifen gesperrt sind. Das hier präsentierte Exemplar ist jedoch eine extrem seltene Variante aufgrund folgender Abweichungen:
- Guild Script Logo, lediglich bei einer Produktionscharge von
  40 Aristocrats Mitte 1957 verbaut
- Boden aus zwei "bookmatched" Teilen massivem wild gemasertem
  Riegelahorn
- Zargen aus Vogelaugen-Ahorn
In dem Klassiker The Guild Guitar Book von Hans Moust findet sich auf S. 70 ein vergleichbares Modell, nur mit einem Blonde Finish, aber andere Script Logo Modelle fand ich nur mit dem typischen Mahagoni.

Insgesamt befindet sich dieses Instrument in schönem weitestgehend originalen Erhaltungszustand. Beim Auswechseln der Bünde wurde der offensichtlich originale Sattel mit dünnem Furnier unterlegt und so passend leicht erhöht. Man findet übliche Gebrauchsspuren in Form von kleinen Lackbeschädigungen bzw. Kratzern und ca. drei kleine Sprünge im Binding aufgrund es - leider normalen - Schrumpfens des Kunststoffs. Die Gold-Beschichtung des Tailpieces hat sich an den oberen Flächen weitestgehend abgerieben.

Nimmt man diese 1957er M-75 in die Hand, fällt als erstes ihr besonders leichtes Gewicht auf. Mit ihrer von Gibson-Solidbodies vertrauten Dimensionierung, 24 3/4" Mensur und Medium-C Profil spielt sich diese Aristocrat überaus angenehm. Dieses Instrument weist eine vertraute und gleichzeitig eigenständige Klangcharakteristik auf, ist resonant, bereits akustisch offen und klar mit einem für ihre Konstruktion erfreulichen Sustain. Aufgrund ihrer Größe und Bauweise weist sie zudem eine höhere Feedback-Resistenz als typische Hollowbodies auf. An einem Fender Tweed Deluxe kann man damit einerseits weiche Jazz- bis Mellow Blues Sounds mit dem Halspickup erzielen, sehr schöne schlankere Klänge für Rhythmus-Arbeit in der Zwischenstellung und warmen Twang mit Kraft in der Bridge-Poistion. Wir haben hier also ein extrem seltenes Exemplar, das die Herzen von Sammlern höher schlagen lassen, aber auch Gitarristen mit Sinn für Spezielles in den Bereichen Blues, Jazz, Americana und Brit Pop begeistern dürfte.

In den späten 1950er Jahren spielte John Lee Hooker eine Guild Aristocrat. Aber auch der New Yorker Avantgarde-Gitarrist Marc Ribot, u.a. bekannt durch seine Mitarbeit an Alben von Tom Waits, Alisson Krauss & Robert Plant und Norah Jones, besaß lange Jahre eine 1954er. Doyle Bramhall II erzählte mir, dass er seine vintage M-75 oft im Studio benutzt, u.a. auch bei Gregg Allmans Low Country Blues. John Mayer setzt seine Aristocrat immer wieder bei bluesig-souligen Balladen ein, wie z.B. hier. Hierzulande ist der treueste Aristocrat-Spieler das Hamburger Blues-Urgestein Abbi Wallenstein.

Hersteller: Guild Guitars Inc.
Herkunftsland: Hoboken, NewJersey, USA
Modell: Aristocrat M-75
Baujahr: 1957
Seriennummer: 5139
Farbe: Sunburst
Hals:
- Mensur: 24 3/4"
- Sattelbreite: 1 5/8" (ca. 41,4 mm)
- Sattel: Knochen (original, aber unterlegt
- Holz: zwei Teile Honduras Mahagoni, gesperrt mit dünnem Ahorn-Streifen
- Griffbrett: Brazilian Rosewood mit rechteckigen Einlagen
  (EG-Bescheinigung gemäß CITES)
- Bünde: 22 x Medium (ersetzt)
- Profil: Medium-C
- Lackierung: Nitro
- Mechaniken: vergoldete Single-Line/Single-Ring Kluson Deluxe Tuners
Korpus: chambered
- Hals/Korpus-Verbindung: verleimt
- Holz: Rückseite aus bookmatched Riegelahorn, Seiten aus
  Vogelaugenahorn, massive einteilige Fichtendecke
- Lackierung: Nitro
- Tonabnehmer: 2 x "Frequency Tested" Guild Singlecoils,
   hergestellt von Franz, Astoria, N.Y.
   Brücke: 7,3 kOhm
   Hals: 7,1 kOhm (breiteres Spacing)
- Potentiometer: 4 x 500k Ohm Centralab (pro Tonabnehmer
  jeweils Volume & Tone)
- Kondensatoren: 2 x .5 MFD 200V rote Astron Type AM Molded Paper
- Schalter: Switchcraft 3-way Toggle mit Amber Tip
- Reglerknöpfe: transparente Kunststoffknöpfe, auf der Unterseite
  gold lackiert
- Brücke: auf Gewindestangen mit Metallfüßen sitzende, in der Höhe
  verstellbare kompensierte Brücke aus Brazilian Rosewood
  (EG-Bescheinigung gem. CITES)
- Saitenhalter: vergoldetes Guild Harp Tailpiece
Gewicht: 2,54 kg leicht
Koffer: orig. Guild Brown Case (Kanten mit braunem Klebeband überzogen)
Besonderheiten: eines von nur vierzig Exemplaren mit Script-Logo, die 1957 gebaut wurden, noch dazu mit überaus außergewöhnlicher Rückseite aus bookmatched Riegelahorn und Zargen aus Birdseye Maple
Zustand: vg+++

€ 6.950 *

Wir verkaufen Neu- und Gebrauchtware, teils auch in Kommission. Bei mit hochgestelltem Stern * gekennzeichneten Artikeln handelt es sich um Gebrauchtware, in deren Rechnungsbetrag gemäß Differenzbesteuerung (§ 25a UStG) keine Umsatzsteuer ausgewiesen wird. Sämtliche Angebote auf dieser Website verstehen sich freibleibend. Auch wenn wir uns um Aktualität bemühen, so behalten wir uns zwischenzeitlichen Verkauf oder Preisänderungen vor.